(gekürzte Version erschienen in der zweiten Ausgabe der Health & Study)
Lieber Michael,
erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst.
Du bist Herausgeber von „Die Wurzel“; könntest du uns kurz etwas zu deinem Werdegang erzählen und wie es zu „Die Wurzel“ kam?
Von meiner Geburt (12.12.69) an bis zu meinem 19. Lebensjahr (3. Semester BWL –Studium FH-Nürnberg) litt ich unter Neurodermits und allen möglichen Nahrungsmittelallergien. Immer höhere Dosen Kortison waren nötig, um meinen Juckreiz am ganzen Leib in Schach zu halten. Mein Körper war zum Schluss immun gegen Kortison und ein dreimal täglich verbundener Ganzkörper-Verband und ein Haut-Klinikaufenthalt sollten Abhilfe schaffen, da meine Haut von Kopf bis Fuß vollkommen vernarbt und blutig gekratzt war. (Jeder, der Neurodermits im Endstadium hat, weiß, wovon ich spreche.)
Doch umso schlimmer blühte meine Haut. Die Ärzte wollten mich gegen meinen Willen in dieser Neukirchener Neurodermitis-Hautklinik festhalten und mich weiterhin als Versuchskaninchen für ihre keimfreie medizinische Therapie verwenden. Auf mysteriöse Weise bekam ich einige Tage vor meiner geplanten Klinikflucht einen zweiten, von der Krankenkasse bezuschussten, Kuraufenthaltsplatz in einer meinen Bedürfnissen und der menschlichen Logik entsprechenden Fasten- und Vitalkostklinik im Schwarzwald (die es heute leider nicht mehr gibt) angeboten und konnte dadurch einen nahtlosen „Klinikwechsel“ vollführen. In dieser Kurklinik lernte ich die Selbstheilungskräfte meines Körpers während der Fastenzeit und später während der Rohkosternährung kennen. Und binnen zehn Tagen des Fastens war mein 19jähriger unerträglicher Juckreiz verschwunden und ich konnte das erste Mal in meinem Leben durchschlafen, eine wahre Gnade Gottes. Die Wunderheilungen Jesus auf Grund seines 40tägigen Fastens in der Wüste an sich selbst und bei anderen waren für mich nun erklärbar, weil ich selbst durch den Heilstrom meines Körpers wieder vollkommen genesen konnte. Sogar meine vernarbte Haut regenerierte sich im Laufe von drei Monaten vollständig, was für mich ein erklärbares Wunder war.
Heute sind keine Spuren einer von der Schulmedizin aufgegebenen und austherapierten Neurodermitis mehr zu erkennen. Diese Selbsterfahrung und –heilung hat mir gezeigt, dass die Gesundheitswesen in den meisten Staaten der westlichen Hemnisphäre das Pferd von hinten aufzäumen, die Arzneimittelindustrie an Ursachenheilung nicht interessiert ist und dem Bürger weiß machen, dass Symptombekämpfung durch Medikation und Operation Heilerfolge sind. Dass solch ein „Krankheitswesen“ früher oder später kollapieren muss, muss jedem eigentlich klar sein.
Als „neugeborener“ körperlich gesunder Mensch, sogar von meiner Kniearthrose selbstgeheilt, hatte ich im psychischen und seelischen Bereich einiges aufzuarbeiten, um den Energiefluss im Körper langfristig aufrecht erhalten zu können und für immer gesund zu bleiben.
Sieben Jahre nach meiner Selbstheilung, 1996, gründete ich die Selbsthilfegruppe „Die Wurzel (der Gesundheit)“ für Menschen, die von der Schulmedizin aufgegeben waren und brachte hunderte von Menschen in meinen monatlichen Gesprächskreisen auf die Zusammenhänge zwischen Krankheit/Gesundheit und Ernährung/Lebensstil, bis ich 1997 den ersten Jahrgang der Wurzelzeitschrift herausbrachte und bis heute (14, Jahrgang) zehntausende von Lesern im deutschsprachigen Raum mit den segensreichen Informationen der Aktivierung der Selbstheilungskräfte auf physischer, psychischer und seelischer Ebene in Kontakt brachte.
Bei „Rohkost“ denken ja viele erst einmal an kleingeschnippelte Möhren, Bohnen und Salate und empfinden keine große Lust, sich näher damit zu befassen. Kannst du diese Vorurteile in Bezug auf Rohkost etwas korrigieren? Und wo ist der Unterschied zwischen Rohkost und Vitalkost/Superfoods?
Es gibt heute innerhalb der Living Food Bewegung die gleichen Gerichte wie in der Kochkost. Und die Geschmackserlebnisse sind oft viel höher, ob Rohkost-Pizza, Rahmspinat, Gemüse-Quiche oder indisches Curry, sogar Spaghetti Gorgonzola und Arabiata sind vertreten. Der Unterschied, die Zutaten dürfen nicht über 42°C erhitzt werden. So schmeckt das Essenerbrot, in der Sommersonne getrocknet oder im Winter auf einem elektrisch betriebenen Trocknungsgerät cross gedörrt, besser und würziger, als das Pizzabrot beim Italiener um die Ecke. Die Rohkostpizza ist auf der Essenerbrot-Basis aufgebaut.
Im Vitalkost-Zubereitungsbuch „RohKöstlich“ (unter Die Wurzel oder 09 120/1 800 78 zu bestellen) von Nelly Reinle-Carayon, zweite Gewinnerin des Gourmand WorldCookbook Awards 2008 (wohlgemerkt von allen Kochbüchern der Welt), findet der Leser zahlreiche farbig illustrierte Rohkostrezepte der Haute Cuisine, von Pizza, Lasagne über Crepes bis hin zu Sushi. Der Kreativität und Geschmacksvielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Mein vierter Band „Die Heilnahrung nach den sieben Wertigkeitsstufen der Rohkost“ (Erscheinung März 2010) beschäftigt sich auch mit den Gefahren einer einseitigen Rohkosternährung. Denn wie in jeder Ernährungsform sollte auch die Vitalkost auf den Konstitutionstypen (Ayurveda), den täglichen Biorhythmus, die Jahreszeit und auf die augenblickliche physische, psychische und seelische Verfassung abgestimmt sein. So kann der eine durch die Rohkost immer kränker und der andere immer vitaler werden.
Ich verwende anstelle des Begriffs Rohkost in der Wurzelzeitschrift meistens das Synonym Vitalkost, da man Rohkost oft mit Kältegefühl, Frösteln und rohem Naturell in Verbindung bringt. Wie Sie durch Vitalkost auch im Winter immer warm bleiben, ohne nachts an Händen und Füßen zu frieren, erfahren Sie in meinen ersten drei Bänden „Die Rohkost ist eine Geheimlehre“, „Das spirituelle Testament der Rohkost“ und „Der Lebensbaum der Essener“. (Alle drei über Die Wurzel oder unter 09 120/1 800 78 zu bestellen)
Der Begriff Superfoods umfasst Vitalkost/Rohkost, die sehr mineralhaltig/proteinhaltig/vitaminhaltig/hoch antioxidantisch ist und sich zur Remineralisierung, Entgiftung und Regeneration des Körpergewebes optimal eignet. Darunter fallen alle Wildpflanzen, Wildfrüchte und Algen aus kontrollierten Gewässern. Letztendlich sind es die Urnahrungsmittel des Menschen, aus denen alle anderen Nahrungsmittel entstanden sind bzw. daraus gezüchtet wurden.
D.h. also, dass die Superfoods aus dem Vitalkostbereich mit den „normalen Superfoods“, die uns die Industrie ständig neu präsentiert und als Neuheiten anpreist, nicht viel zu tun haben? Besser gesagt: was uns die Industrie als Superfoods verkaufen will, gibt es schon lange wesentlich günstiger, besser und vor allem direkt aus der Natur?
Extrahierte und präparierte Superfoods wie Spirulina, Afa-Algen-Pulver, Yamswurzel-Pulver, getrocknete Kräuterpulver, Gemüsekapseln und –presslinge jeglicher Art steigern nach Einnahme den Abstrahlungswert des menschlichen Organismus nur bis auf 20000 – 22000 Einheiten (nach Prof. Fritz Popp – Biophotonen – Neue Horizonte der Medizin auf unserer Webseite oder unter 09 120/1 800 78 zu bestellen). Wohingegen Urpflanzen wie Löwenzahn, Brennessel, sonnengetrocknete und frische Meeresalgen nach Verzehr den menschlichen Organismus auf Abstrahlungswerte von bis zu 120000 Einheiten bringen. Diese Werte bleiben von industriell hergestellten Präparaten unerreichbar, denn nur Lebendigkeit hat Ausstrahlung.
Jetzt beschreib uns doch bitte mal, wie so ein Tag im Leben eines Rohköstlers aussieht? Was ist er zum Frühstück und den restlichen Tag über? Wieviel isst man da und wird man davon satt? Das ist ja auch so eine Frage, wieviel muss ich denn überhaupt davon essen, um satt zu sein? Und geht das nicht ins Geld, wenn ich mich mehr oder ausschließlich von gesunder Rohkost ernähren will? Macht Rohkostzubereitung viel Arbeit?
Die Bürger in den westlichen Staaten versuchen durch immer größere Mengen an Nahrung satt zu werden, haben aber andauernd Appetit auf alle möglichen Nahrungsmittel. Ihr Hunger wird nie gestillt, obwohl sie den ganzen Tag über essen, sogar nachts vorm Computer oder Fernseher. Die Nahrungsmittel, die sie zu sich führen, sind äußerlich überdurchschnittlich groß, doch innen leer. Ob Brötchen, Brot, Chips, Pommes, Burger, große Salatschüsseln oder Pastatöpfe. In den östlichen Ländern, wo Nahrungsmittel knapp sind, kennt man das Geheimnis noch, wie man mit wenig Nahrung schnell satt wird.
Das Geheimnis ist in der ayurvedischen Ernährungslehre zu finden: Wichtig ist, zwischen Hunger- und Durstgefühl vor einer Mahlzeit unterscheiden zu können. An heißen Tagen ist es mehr das Durstgefühl, das einen an den Esstisch lockt. Dieses wird dann ausreichend durch frische Nahrungsmittel wie Früchte, Gemüsefrüchte und frische Salate gestillt, weil sie einen hohen Wassergehalt von bis zu 97% haben. An kalten Tagen oder im Winter überwiegt das Hungergefühl. Zu feuchte wasserhaltige Nahrungsbestandteile führen nie zu einem wirklichen Sättigungsgefühl. Doch in unserer Gesellschaft werden allerorts trockene Speisen mit Soßen, Cremes und frischen Nahrungsmitteln und Softdrinks vermischt, um sie besser „hinunterrutschen“ lassen zu können.
Der Asiate wird schon durch eine trockene Schale Reis mit etwas Algen und Gemüse satt. Der „Westler“ vertilgt große gemischte Schüsseln von trockener und feuchter Nahrung, bekommt Blähbäuche und erreicht nie ein wirklich gesundes Sättigungsgefühl. In der Rohkost ist es das gleiche, Früchte und Gemüsefrüchte für den Durst an warmen Tagen und Nüsse, Samen, Wurzelgewächse, Kräuter und Algen an kalten Tagen für den Hunger. Wenn man das beachtet, wird man von einer Handvoll Nüssen mit ein bis zwei Karotten oder Petersilienwurzel für mehrere Stunden satt. Früchte, da zu wasserhaltig, sättigen nicht wirklich und man muss alle 20 min etwas essen. Ein altes Stück Brot macht nach einigen Bissen schon satt, wohingegen man von einem frischen Brot einen halben Laib mit Butter oder Brotaufstrich vertilgen kann und u. U. die Magengrube immer noch keine Ruhe gibt. Also gewusst wie und der Geldbeutel wird nicht über die Maßen geschröpft werden und es fällt keine große Zubereitungszeit an - ganz einfach kombiniert, schneller als im Schnellrestaurant.
Es gibt ja Menschen die sagen, wir sind gar nicht auf eine komplette Rohkosternährung ausgelegt. Weder von unserem Gebiss her, dass sehr wohl auf Fleischkonsum ausgerichtet ist (oder sein soll) als auch, dass es lebenswichtige Stoffe, wie z. B. L-Carnitin in pflanzlicher Ernährung ja gar nicht gibt. Sind das Fehleinschätzungen oder wo bezieht der Rohköstler solche tierischen Stoffe her? Ich weiß durch David Wolfe, dass z. B. Ameisen eine tolle Vitamin B Quelle sind. Was ist aber mit den Leuten, die auch Insekten nicht töten wollen? Empfiehlst du Rohköstlern in solchen Fällen Nahrungsergänzungen? Empfiehlst du ganz allgemein, dass jeder (ausschließlich) Rohköstler werden sollte oder gehst du individuell auf die Menschen ein, wenn du sie berätst?
Das Sonnenlicht ist das A und O der Ernährung. Wer einen VitaminD-Mangel hat und das haben 95% aller Bundesbürger, weil sie das lebensnotwendige UVB-Licht nicht aufnehmen, welches man nur über die Mittagssonne, wenn die Sonne am Höchsten steht, absorbieren kann, der hat nicht die Möglichkeit, in Magen und Darm alle Stoffe selbst herzustellen. VitaminB12-Mangel ist u.a. ein Stoffwechselproblem. Durch zuwenig UV-B-Licht kann kein Vitamin B12 selbst im Körper produziert werden, aber auch viele anderen Stoffe können nicht hergestellt werden. Zweitens gibt es gesunde Bodenbakterien und Mikroorganismen, die wir über Nahrung aus der Natur (Wildkräuter und Gemüse und Salate aus dem eigenen Garten) aufnehmen würden, wenn wir nicht alles klinisch sauber gewaschen zu uns nehmen würden. Heutzutage ist es in den Städten an der Tagesordnung alles aus dem Supermarkt keimfrei zu kaufen. Vitamin B12-Mangel ist der Isolationsfaktor (saubere, isolierte, künstliche, keimfreie Nahrung und künstliches Licht).
80% Frischkost verhindert die zusätzliche Produktion von weißen Blutkörperchen und bringt die Leukozytose zum Stillstand. D.h., der Körper ist in der Lage, alle Stoffwechselrückstände einwandfrei auszuscheiden und das Gewebe leidet nicht unter Sauerstoffmangel. Der Alterungsprozess wird hinausgezögert und ein natürliches Altern über den natürlichen Lebenszyklus eines gesunden Menschen von 120-140 Jahren ist möglich. Die 80%-Vitalkost-Marke ist eine Gesundheitsempfehlung, doch wer vorher überhaupt keine lebendige Nahrung zu sich genommen hat, für den sind 25% Rohkost in der täglichen Ernährung schon eine große Steigerung und führen zu einer beachtlichen gesundheitlichen Verbesserung und zu einem größeren Wohlbefinden. Jeder Mensch sollte auf seine innere Stimme hören und selbst den eigenen Vitalkostwert in seiner Ernährung festlegen. Dies kann sich im Laufe des Lebens je nach Gemüts- und Gesundheitszustand nach oben und unten verschieben. Der Grad der Rohkost ist für die Gesundheit nicht entscheidend, da jeder Mensch eine andere Konstitution aufweist und der eine die Rohkost besser verträgt, als der andere.
Die Auswahl zwischen tierischen und pflanzlichen Nahrungsquellen innerhalb der Vitalkost legt jeder selbst für sich nach Verträglichkeit fest. So gibt es Vitalköstler, die Insekten verzehren, manche rohen Fisch oder rohe Eier. Viele vegane Vitalköstler weisen aber einen überdurchschnittlich hohen Wert an Vitamin B12 auf, weil sie ausreichend Sandorn, Petersilie und Sonnenlicht zu sich führen und viel Sport treiben, was den Stoffwechsel richtig auf Touren bringt und übrige Nahrung in Magen und Darm restlos verbrennt und die Grundlage für eine gesunde, strahlende Magen- und Darmflora schafft, die wiederum verantwortlich dafür ist, dass der Körper selbst Stoffe synthetisiert, wie z.B. Vitamin B12. (Übrigens ist in allen Körpersekreten, insbesondere im Sperma am allermeisten Vitamin B12 enthalten, also guten Appetit!?!)
Meine Ernährungsberatung ist keine Rohkostberatung, sondern im Sinne des Ayurveda, der Konstitution, der Jahreszeit, dem Biorhythmus und der körperlichen, psychischen und seelischen Verfassung angepasst. Danach nimmt der Ratsuchende seine Gesundheit selbst in die Hand und trägt für seine Sünden (Zigarette, Kaffee, Alkohol, Fastfood, Süßigkeiten, etc.) selbst die Verantwortung, nicht mehr und nicht weniger.
Lieber Michael, wenn sich jetzt jemand näher für Roh- und Vitalkost interessiert, wo kann er sich am Besten informieren? (Bücher, Internet, Zeitschriften…)
Eines der umfassendsten deutschsprachigen Vitalkostportale findet der Interessierte unter www.die-wurzel.de mit 65 Links zu internationalen Vitalkostseiten. Jeder Health&Study-Leser, der an der Wurzel interessiert ist, erhält auf Anfrage unter Tel: 09 120/1 800 78 oder Fax: 09 120 – 1 800 79 und Email: info@die-wurzel.de ein kostenloses Probeexemplar der 84 (DinA4) seitigen farbigen Wurzel – Fachzeitschrift für Vitalkost und Messezeitschrift der Rohvolution®. In der Zeitschrift ganz hinten findet man 200 Buchtitel und 100 Audiokassetten zum Thema Vitalkosternährung. Die Wurzel führt den größten Vitalkost-Büchervertrieb in Deutschland, siehe www.die-wurzel.de .
Lieber Michael, vielen Dank für deine Zeit und das Interview.
Das Interview führte Sebastian Schertel
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Hallo,
Als vegane Rohköstlerin kann ich Michael Delias zustimmen. Ich merke einfach das es mir viel besser geht seit ich Rohkost esse. Der drang für bewegung hat sich auch ganz von selber bei mir entwickelt mit dem essen von Rohkost.