Franken Aktiv & Vital lockte die Massen
(gekürztes Interview erschien in der ersten Ausgabe der Health & Study)
Vom 06.-08. März 2009 stand die Bamberger Jako-Arena ganz im Zeichen von Gesundheit. Die große Gesundheitsmesse “Franken Aktiv & Vital” öffnete zum fünften Mal die Tore einer weit angereisten Besucherschaft. Die Messe, die ein festes jährliches Ereignis ist, lockte mit 150 Ausstellern und 115 Ständen weit über 7500 Besucher an.
Dabei waren hauptsächlich Aussteller aus der Region vertreten. Von mittelständischen Pharmaunternehmen über Kliniken und Kur- und Freizeiteinrichtungen über Biohändler bis hin zu multinationalen Konzernen.
Die Messe bot allerlei Attraktionen. Vortragsräume, Liveprogramm auf der Showbühne, Outdoor-Events, Basketballwerfen, Glücksräder und vor allen Dingen die lange Einkaufsnacht am Freitag. Jeder Messefreitag auf der Franken Aktiv & Vital beinhaltet ein sogenanntes Midnight-Shopping, an dem die Messe bis 22 Uhr geöffnet ist, um schon am Eröffnungstag möglichst vielen Besuchern die Gelegenheit zu geben, sich ausführlich zu informieren. Die Aussteller offerieren speziell auf dieser Messe oft Sonderpreise ihrer Produkte und Dienstleistungen und die direkte Vergleichbarkeit ähnlicher Produkte ist ein besonders geschätzter Pluspunkt.
Eine besondere Attraktion war das Sonderthema “Gesunde und schöne Zähne” der Franken Aktiv & Vital, welches von über 100 Zahnärzten aus der Region Bamberg durchgeführt wurde. Dabei wurden u. a. auch die “Notfallkarten” der Bamberger Zahnärzte ausgegeben, die eine Notrufnummer für plötzliche Zahnprobleme am Wochenende offeriert und für jedermann im Bamberger Landkreis offensteht. Dass das Thema Gesundheit auf immer größeres Interesse in der Bevölkerung stößt zeigt sich an den wachsenden Besucherzahlen und dem extrem hohen Besucheraufkommen speziell am Sonntag. Alles in allem lässt die Messe eine positive Bilanz zu: für Aussteller, Besucher, das Messeteam Bamberg und die Gesundheit der Bevölkerung.
Interview mit Steffen Marx, Chef der MTB Messeteam Bamberg GmbH und Initiator der Messe
Sebastian Schertel: Herr Marx, die Messe „Franken Aktiv & Vital“ geht in die fünfte Runde. Wie kam es zu der Idee, eine reine Gesundheitsmesse zu veranstalten?
Steffen Marx: Wir hatten Vorerfahrung mit der Immobilienmesse in Bamberg, die jährlich stattfindet und ebenfalls von uns organisiert wird. Natürlich wollten wir expandieren und waren auf der Suche nach weiteren Themen mit Perspektive. Und Gesundheit ist ein großer Markt, der viele Bürger interessiert. Die Leute werden immer älter, aber auch kritischer. Da viele Angebote in der Region vorhanden sind, war es eine logische Folge, eine erste Gesundheitsmesse zu veranstalten. Das Angebot wurde begeistert aufgenommen und hat in der Folge dazu geführt, dass wir jetzt bereits die sechste Messe vorbereiten.
Sebastian Schertel: Dass das Konzept aufzugehen scheint, zeigt sich daran, dass Sie bereits die fünfte Messe dieser Art veranstalten. Wie haben sich die Besucherzahlen in den letzten Jahren entwickelt? Können Sie generell ein steigendes Interesse der Besucher an diesem Thema beobachten?
Steffen Marx: Nun, gestartet sind wir damals mit 70 Ausstellern und ca. 3000 Besuchern. Auf der aktuellen Messe haben wir jetzt 115 Stände und 150 Aussteller. Die Besucherzahlen sind auch über die Jahre immer weiter gestiegen, letztes Jahr waren es etwas über 7200. Mehr Aussteller bringen auch mehr Besucher, weil das Angebot und die Bandbreite größer werden. Außerdem ist die Messe noch jung und hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Aber es ist ein gesteigertes Interesse der Besucher zu beobachten. Das merke ich auch an den vielen Anrufen, die ich erhalte: überall auf den Plakaten und in der Werbung wird meine Telefonnummer genannt und viele Besucher rufen an und fragen z. B. ‘Ich stehe am Bahnhof, wie komme ich von dort zur Messe’ und ähnliches. Ich denke, dass auch diese persönliche Betreuung sehr zum positiven Erlebnis der Messe beiträgt und für positive Mundpropaganda sorgt.
Sebastian Schertel: Positive Mundpropaganda ist ein gutes Stichwort: wie wird die Messe denn beworben?
Steffen Marx: Wir werben regional und überregional in Zeitungen und im Radio und wir kooperieren auch mit verschiedenen Zeitschriften, die ein großes Einzugsgebiet haben. So erreichen wir eine große Flächendeckung.
Sebastian Schertel: Wie sind die Ergebnisse Ihrer Aussteller? „Lohnt“ es sich, Aussteller auf der Franken Aktiv & Vital zu sein? Wie ist das Feedback und wieviele „Wiederholungstäter“ haben Sie, also Aussteller, die Ihnen treu bleiben/geblieben sind?
Steffen Marx: Auf der Immobilienmesse haben wir 80% Wiederholer. Bei der Franken Aktiv & Vital sind es ca. 60%, die wiederkommen, einige Aussteller kommen auch nur jedes zweite Jahr. Wir haben momentan zwischen 30-40% wechselnde Aussteller. Viele müssen ihren Platz auf der Messe erst finden und manche merken nach einem Besuch, dass ihr Thema nicht zum Gesamtbild passte. Aber es rechnet sich in aller Regel für unsere Aussteller schon, auf der Franken Aktiv & Vital vertreten zu sein. Für manche rechnet sich die Messe direkt, weil sie hier Produkte verkaufen und Kunden gewinnen; für manche rechnet es sich erst mit dem Folgegeschäft.
Sebastian Schertel: Das scheinen ja sehr gute Zahlen zu sein. Nach welchen Schwerpunkten sind Ihre Aussteller verteilt? Gibt es einen Überhang an Ausstellern, z. B. im Bereich Wellness? Ist ein Bereich noch zu wenig vertreten, z. B. Touristik oder Ernährung? Wo haben zukünftige Aussteller also noch eine Lücke zu schließen?
Steffen Marx: Wir haben auf der aktuellen Messe 3 Krankenkassen, viele Anbieter von Bioprodukten, einige Kliniken und Rehaeinrichtungen und viel über Ernährung. Wenn man sich aber genauer umschaut, haben wir eine Vielfalt verschiedenster Aussteller. Einen Überhang an einem Themengebiet kann ich nicht feststellen, auch keine Lücken in dem Angebot, das wir unseren Besuchern präsentieren wollen.
Sebastian Schertel: Herr Marx, können Sie anhand der steigenden Besucherzahlen auf der Messe auch ein gesteigertes Gesundheitsbewußtsein in der Bevölkerung ableiten? Erkennen die Besucher stärker als früher ihre Eigenverantwortung? Wie ist die Resonanz Ihrer Besucher auf Messe und Aussteller?
Steffen Marx: Die Resonanz ist durchweg positiv und die Besucherzahlen haben sich ja über die Jahre stark gesteigert. Ich würde aber eher so sagen: die Menschen erfahren eine höhere Sensibilisierung durch die Kassen, die gestiegenen Kosten, wie z. B. die Praxisgebühr und Zuzahlungen zu Medikamenten etc. Die Messe bietet hier vor allem gute Anlaufpunkte, um sich informieren zu können, denn der Informationsbedarf ist besonders heute sehr hoch. Wir haben z. B. 3 Krankenkassen als Aussteller. Hier kann der Besucher leicht die Angebote vergleichen, wofür er normalerweise 3 Termine bei den 3 Kassen vereinbaren müsste. Hier hat er sofort einen Vergleich zwischen den Angeboten. Dasselbe gilt natürlich auch für verschiedene andere Produkte und Dienstleistungen und ist ein immenser Vorteil.
Sebastian Schertel: Sie bieten auf Ihrer Messe neben den Ständen auch einen Vortragsraum und eine Bühne mit Live-Events an. Wie ist der Zuspruch der Besucher hinsichtlich dieser Angebote?
Steffen Marx: Der Zuspruch ist sehr gut, was unsere Aktivbühne mit den Vorführungen angeht. Viele Aussteller haben auch eigene kleine Events an ihren Ständen. Vorträge werden von Seiten der Besucher sogar explizit gewünscht. Allerdings hängt es hier wie immer vom Thema ab, ob der Raum gefüllt ist oder nicht.
Sebastian Schertel: Wie sehen Sie als Initiator der Messe und als Privatperson die Entwicklung des Gesundheitsmarktes? Welches Potenzial sagen Sie diesem Markt voraus?
Steffen Marx: Die Leute werden älter, sie werden fitter und wollen auch fit und gesund bleiben. Wir haben sehr viele ältere Besucher neben jungen Familien. Allen gemein ist ein hoher Anspruch an die gelieferten Informationen. Schließlich ist es ein riesen Markt, wahrscheinlich genauso groß, wie vor einigen Jahren der IT-Bereich und der Bedarf an Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen ist da. Wahrscheinlich ist der Markt noch unterentwickelt und bietet noch längst nicht alles, was von Seiten der Kunden und Besucher gewünscht ist.
Sebastian Schertel: Sie sagen damit also, dass es sich lohnt, in diesen Markt zu investieren und auch im Gesundheitssektor tätig zu sein oder zu werden?
Steffen Marx: Ja.
Sebastian Schertel: Herr Marx, wenn Sie selbst jetzt jedem Besucher, der aktiv etwas für seine Gesundheit tun möchte, etwas mitgeben könnten und diese es auch dauerhaft beherzigen würden und die Kosten keine Rolle spielten, was wäre das dann?
Steffen Marx: Nicht rauchen.
Sebastian Schertel: Zum Abschluß: können Sie uns schon sagen, wann die nächste „Franken Aktiv & Vital“ stattfinden wird und einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen auf der Messe geben?
Steffen Marx: Ja, vom 05.-07. März 2010 findet die nächste Franken Aktiv & Vital statt. Wir werden zukünftig wechselnde Sonderthemen anbieten, auf dieser Messe ist z. B. Zahngesundheit ein großer Programmpunkt. Sozusagen unser erstes Sonderthema.
Sebastian Schertel: Vielen Dank für das Interview und eine weiterhin erfolgreiche Messe!
Weitere Informationen zur nächsten Franken Aktiv und Vital auf www.franken-aktiv-vital.de
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