Wie die positive Psychologie die Medizin verändert
Autor: Prof. Dr. med. Tobias Esch
Broschiert: 200 Seiten
Verlag: Thieme, Stuttgart; Auflage: 1 (23. November 2011)
ISBN-10: 3131661119
ISBN-13: 978-3131661111
Kurzbeschreibung
Was ist Glück
- Medizinisch-wissenschaftliche Theorie zum Thema Glück interdisziplinär aufbereitet speziell für Ärzte und Therapeuten
- Fundiertes Wissen zu Grundlagen, Theorie, Neurobiologie, Gehirn ergebnis- und zielorientiert dargestellt
Was schafft Glück
- Vermittlung der wichtigsten Fakten und Anwendungen inklusive Selbstmanagement und Burn-out-Prophylaxe
- Integration von Positiver Psychologie: Positivität und Freude, Lust und Genuss, Achtsamkeit
Wege zum Glück
- Angewandte Positive Psychologie: Was kann ich tun
- Meditation und Selbstheilung
- Zahlreiche Beispiele und Übungen
Video zur Buchvorstellung:
Inhalt:
Wer Tobias Esch aus dem Studium kennt, denkt bei seinem Namen an Stress. An Stressmanagement und an Stressbewältigungsstrategien. Ist er doch anerkannter Stressforscher. Sein Modell “Gesund im Stress” ist von den Krankenkassen anerkannt und er bringt sein umfangreiches Wissen den Studierenden der Integrativen Gesundheitsförderung näher. In diesem Buch geht es auch um Stress. Oder eher um seinen Konterpart oder vielleicht noch besser: um Glück – trotz oder auch während Stress.
Die Neurobiologie des Glücks geht zunächst einigen grundsätzlichen Fragen nach und beleuchtet, warum es das Glück in der Medizin so schwer hat(te) (Kapitel 5). Im weiteren Verlauf geht es um den Zusammenhang von Medizin und Psychologie mit Glück (Kapitel 6). Eine umfangreiche Hirnkunde mit zahlreichen Abbildungen und wissenschaftlichen Erklärungsmodellen schließt sich an (Kapitel 7). Hier erfährt man den Aufbau des Gehirns, das Zusammenspiel der Hormone und wie die Reaktion auf äußere oder innere Umstände eine Veränderung, z. B. Glück(lich sein), im Körper hervorruft. Dieses Kapitel ist “freiwillig”, da es für das Verstehen des Buches nicht notwendig ist. Es gibt aber tiefe Einblicke in unseren Körper und unsere Hirnarchitektur und schafft somit ein ganzheitlicheres Verständnis.
Im weiteren Verlauf des Buches geht Prof. Esch auf Motivation und Belohnung ein und zeigt dem Leser, welche die neurobiologischen Motivationssysteme sind. So unterscheidet man hier drei Arten von Motivation. Die auch in vielen Seminaren bekannten zwei Typen “Schmerz vermeiden” (Aversion – Typ B) und “Freude erlangen” (Appetit – Typ A), aber vor allem auch den dritten Typ, nämlich Typ C: okay. Ein Zustand, in dem alles stimmt und der erhalten werden möchte. Prof. Esch geht hier (Kapitel 8 ) ausführlich auf die Neurobiologie ein und erklärt, warum sie nützlich und hilfreich ist. Hier findet man die zum Thema Glück interessantesten Informationen.
Weiterhin erklärt Prof. Esch in einer medizinisch-praktischen Annäherung (Kapitel 9), was Glück überhaupt ist. Aus einem anderen Blickwinkel. Es gelingt ihm hier, den Spagat zwischen medizinischen Tatsachen und der Annäherung an die Praxis und der Umsetzung in der Praxis zu schaffen.
Des Weiteren erklärt Prof. Esch, dass Drogen keine Alternative zur Herbeiführung von Glück sind und schon gar kein Ersatz für echtes Glück. Ohne den Zeigefinger zu erheben zeigt er, was Drogen tatsächlich bewirken und verweist auf Statistiken verschiedener Berufsgruppen und bringt deren Glück ins Verhältnis zu ihrer Tätigkeit (Kapitel 10). Hier zeigt er viele teils unbekannte Informationen auf, die spannend zu lesen sind und häufig völlig unterschätzt werden.
Außerdem zeigt er Alternativen auf und wie man die Positive Psychologie in der eigenen Praxis umsetzen kann und wie man Glück selbst und in Zusammenarbeit mit seinen Patienten erreicht (Kapitel 11 und 12). Ein großes Plus ist auch der Übungsteil mit vielen Anwendungsbeispielen speziell auch bei bestimmten Indikationen (Kapitel 13). Prof. Esch will hier keine umfassende Darstellung bieten und keine exotischen Methoden vermitteln – vielmehr Tipps und Techniken vermitteln, die gerade wegen ihrer Einfachheit wirksam und leicht zu merken sind. Damit sie im Alltag einfach umgesetzt werden können. Studenten, die an Prof. Esch’s Stressmangementkursen oder Entspannungskursen teilgenommen haben, werden einige der beschriebenen Hilfen dabei bereits vertraut vorkommen; er erweitert aber das bekannte Repertoire um zahlreiche weitere Techniken, die sich im (Praxis)Alltag bewährt haben.
Das Buch ist zwar mehr für Ärzte, Therapeuten oder Fachleute geschrieben, die mit der Schreibe an sich und den Inhalten sowie Fachbegriffen vertraut sind. Aber auch für den interessierten Laien und gerade für Studenten ist es hochinteressant zu lesen, wenn man sich für die Thematik Glück und Positive Psychologie begeistert. Und Glück geht letztendlich doch alle an.
Besonders positiv ist für Studenten der Integrativen Gesundheitsförderung anzumerken, dass man hier einen etwas anderen Professor Esch kennen lernt. Einen Professor, der aus den Vollen seines geistigen Reichtums und seiner Expertise schöpfen kann und es gekonnt transportiert. Dies ist im Rahmen der Vorlesungen nicht immer möglich. Mit diesem Buch erhält man das geballte Wissen eines führenden Experten in konzentrierter Form. Und kann ihn direkt in der Vorlesung mit konkreten Fragen zur Thematik angehen. Ein absoluter Bonus zu einem bereits sehr umfangreichen und guten Werk.
Fazit: wer sich tatsächlich für die sogenannte “Glücksforschung” interessiert, kommt aktuell an diesem Titel nicht vorbei. 2 Exemplare stehen in der Bibliothek der Hochschule. Bei hohem Interesse an der Thematik wird für das intensive Durcharbeiten der Kauf eines eigenen Exemplars angeraten.
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